Das Urteil des König Salomo
Die Rede vom salomonischen Urteil ist schon sehr alt und geht auf die Bibel zurück.
- Der König Salomo, auch Salomon, herrschte der Bibel zufolge im 10. Jahrhundert vor Christus im Vereinigten Königreich Israel. Seine Existenz als historische Person ist umstritten.
- Längst als salomonisches Urteil in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist jedoch die Erzählung vom Urteil des König Salomo.
- Der Mythos handelt davon, wie zwei Dirnen vor König Salomon traten, von denen die eine erklärte, sie beide wohnten im gleichen Haus und hätten innerhalb dreier Tage beide einen Sohn geboren. Die andere habe jedoch ihren Sohn im Schlaf erdrückt, sich dann heimlich ihr Kind geholt und das tote Kind zu ihr ins Bett gelegt. Die zweite Dirne jedoch behauptete, das lebende Kind sei ihres. Der König befahl, ein Schwert zu holen und erklärte, das Kind solle entzweigeschnitten werden und jede solle eine Hälfte bekommen. Die tatsächliche Mutter des Kindes sagte, Salomo solle es der anderen geben und es nicht töten. Jene dagegen erklärte, es solle weder ihr noch der anderen gehören, sondern zerteilt werden. Daraufhin befahl der König das Kind der Mutter zu geben, die er daran erkannte, dass sie ihr Kind lieber lebend bei einer anderen Frau als tot sehen wollte.
Ein salomonisches Votum
- Wenn Sie einer Schulklasse den Begriff erklären wollen, ist es also sinnvoll, erst die dahinterstehende biblische Geschichte zu erzählen.
- Im Anschluss an die Erzählung können Sie den Schülern erläutern, dass Salomo natürlich nicht wollte, dass das Kind tatsächlich halbiert wird, vielmehr wollte er nur sehen, wie die beiden Frauen reagieren, um an der Reaktion zu erkennen, wie sie zu dem lebenden Kind stehen. So konnte er dann ein weises Urteil fällen.
- Bei einem salomonischen Urteil handelt es sich also um ein weises, gerechtes und vor allem auch lebenskluges Urteil, denn Salomo wusste, wie eine „richtige“ Mutter reagieren würde.
- Um ein salomonisches Urteil zu fällen, müssen Richter oder andere Personen, die zwischen zwei streitenden Parteien schlichten, deshalb nicht mit solchen Tricks arbeiten wie Salomo. Es reicht, wenn das Urteil klug und ausgewogen ist. Das bedeutet, es muss auch keineswegs für eine Seite Partei nehmen, wie es bei Salomo der Fall war, es kann, wenn es denn weise erscheint, auch beide Seiten zufriedenstellen.
Der Spruch vom salomonischen Urteil zeigt wieder einmal, wie viele unserer Redewendungen auf die Bibel oder andere bedeutende schriftliche Werke zurückgehen.
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