Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette und Wasser sind die Hauptbestandteile der Nahrung. Essen Sie hektisch und ohne langes Kauen, wird Ihnen der Nahrungsbrei anschließend sehr schwer im Magen liegen. Ursache dafür ist, dass die Nahrung eine bestimmte Partikelgröße unterschreiten muss, um den Magenausgang, den Pförtner, zu passieren. Doch Wasser hat überhaupt keine Größe. Wie lange bleibt das Wasser daher im Magen?
Wasser bleibt nicht lange im Magen
Die Verweildauer der Nahrung im Magen richtet sich nach der Partikelgröße und nach der Nährstoffzusammensetzung.
- Wasser bleibt ähnlich wie Zucker (Glukose) nicht lange im Magen. Ihre Verweildauer ist mit 20 Minuten bis zu einer Stunde zu bemessen.
- Eiweiße brauchen etwas länger, da sie bereits über das Magenenzym Pepsin vorverdaut und in kleinere Peptide gespalten werden.
- Ballaststoffe und pflanzliche Gerüstsubstanzen benötigen aufgrund ihrer Komplexität länger für den Magendurchgang.
- Die Spitzenreiter sind mit bis zu 8 Stunden Verweildauer die fettreichen Speisen und Fleisch.
Was kohlensäurehaltiges Wasser im Magen bewirkt
Wenn Wasser doch so schnell den Magen passiert, warum fühlen wir uns dennoch satt nach dem Genuss kohlensäurehaltiger Getränke?
- Zum einen bewirkt die Kohlensäure, dass im Magen vermehrt Kohlendioxid freigesetzt wird. Dieses Gas führt zu einer Dehnung der Magenwandung. Dadurch werden die in der Magenwand sitzenden Dehnungsrezeptoren gereizt. Sie melden das Signal „Magen voll“ weiter ans Gehirn. In der Folge fühlt der Mensch sich satt und weniger hungrig.
- Zum anderen ist kohlensäurehaltiges Wasser ungünstig für Menschen, die an Sodbrennen leiden. Die gesteigerte Säureproduktion im Magen wird zusätzlich durch die Kohlensäure genährt. Darüber hinaus fördert die Dehnung des Magens durch das Kohlendioxid eine bestehende Sphinkter-Schwäche. In der Folge öffnet sich der Magen zur Speiseröhre hin, um die Gase entweichen zu lassen. Ein Rülpser wird hörbar, über den auch Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen kann.
Kurioses - die längste Verweildauer im Magen
Im Jahr 2010 wurde einem chinesischen Mann ein Essstäbchen nach 28 Jahren aus seinem Magen entfernt. Reichlich verbogen war es dennoch weiterhin völlig intakt. Dies beweist einmal mehr, dass nur Partikel von < 0,3 mm den Magenausgang passieren können. Die Verweildauer des Mageninhalts hängt von seiner Partikelgröße ab. Oder einfach gesagt: Das Essstäbchen war schlichtweg zu lang.
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